Erdbockkäfer

Ein anmutig wirkender Erdbockkäfer geniesst die Hitze der Sonne auf einem Stein.

Der seltene Erdbockkäfer kommt in der Schweiz nur an drei Stellen vor. Der bekannteste Standort dieser geschützten Art liegt am Rheinufer mitten in Basel. Wie viele andere Tier- und Pflanzenarten ist der Erdbockkäfer an die speziellen Bedingungen seines Lebensraumes angepasst. Werden diese verändert oder sein Areal zerstört, führt dies unweigerlich zum Erlöschen des lokalen Vorkommens. Der ursprüngliche Lebensraum an der Rheinböschung wurde durch verschiedene Bauvorhaben in den 1980er und 1990er Jahren beträchtlich verkleinert. Um den bedrohten Käfer in der Stadt erhalten zu können, beschloss der Regierungsrat im Juli 1996, das Rheinbord unter Naturschutz zu stellen.

Bedrohter Lebensraum

Mit geeigneten Pflegemassnahmen wurde versucht, den geschützten Lebensraum des Erdbockkäfers am Rhein aufzuwerten. Seit 20 Jahren wird die Bestandsgrösse jeden Frühling von Fachleuten ermittelt. 1988 wurde der Bestand auf knapp 1000 Käfer geschätzt. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl aber stark ab und im Frühling 2004 wurden zum ersten Mal keine Erdbockkäfer mehr gefunden. Es muss befürchtet werden, dass der Basler Erdbockkäfer-Bestand erlischt.

Im grenznahen Elsass und im südbadischen Raum gibt es noch vereinzelte Erdbockkäfer-Bestände, die dank einer geringeren Bewirtschaftungsintensität ihrer Lebensräume, bisher überlebten. Untersuchungen der Universität Basel zeigten indessen, dass der flugunfähige Käfer nicht in der Lage ist, um von dort aus die Basler Rheinböschung wieder besiedeln zu können.